4. Ikarus (Sarah)

Einleitung
Ikarus,
Du wolltest aus dem Labyrinth
Des eignen Vaters flieh’n.
Du wolltest unabhängig sein von ihm,
Wollt´st deine eignen Kreise zieh´n.
Oh, Ikarus.

1. Strophe
Ikarus,
was wär´ gewesen, wenn dein Flug Dir doch gelungen wär:
Wie hättest du uns inspiriert?
Ikarus,
Welch Horizonte hätten sich eröffnet
Und die Welt hätt´ dich kopiert.

Doch du fandst vor allem
Durch Sturz Gefallen
Bei all jenen, die gefangen sind:
Die die Grenzen lieben
Und seitdem viel lieber blieben
Eingesperrt im scheinbar sich´ren Labyrinth.

Refrain:
Immer weiter, immer höher
Zu den Spitzen uns’rer Welt,
Da erfüllt ihn Unsterblichkeitsgefühl.
Und dem Himmel immer näher,
Das ist es, was ihm gefällt.
Und zum Greifen nah erscheint ihm schon das Ziel.
Mag er uns jetzt auch sehr fern sein,
Scheint er sich doch selbst ganz nahe,
Denn er ließ das Labyrinth weit hinter sich.
Es ist ein, erfüllt von Glück
Ewig dauernder Augenblick.
Wollen wir das nicht genauso – du und ich?

2. Strophe
Ikarus,
Dein Flug trägt immer noch den Schimmer
einer Leidenschaft!
Warst du nur in dich selbst verliebt?
Ikarus,
Dein Fall entwickelt heute Kraft,
Weil am Schluss die Katastrophe siegt.

Feuer fang´nde Flügel
Halten uns am kurzen Zügel
Eines Vorfalls, der erschreckt.
So schuf dein Verhängnis
Ganz allmählich ein Gefängnis,
Das den Blick auf die Vision des Flugs verdeckt.

Soli und Chor
Immer weiter, immer höher
Zu den Spitzen uns’rer Welt,
Unser Wunsch wird wahr im Flug des Ikarus.
Und dem Himmel immer näher,
Es gibt nichts, was ihn noch hält.
Träumen wir nicht auch den Traum des Ikarus?
Würden wir, wenn er so aufsteigt,
Ihn nicht liebend gern begleiten,
Hier zu zögern, würden wir uns nicht verzeihn!
Denn ein Traum verwirklicht sich,
Und wir alle, du und ich,
Könnten, wenn wir wollen, Ikarus selbst sein.

Denn ein Traum verwirklicht sich,
Und wir alle, du und ich,
Könnten, wenn wir wollen, Ikarus selbst sein.